EU-Cybersicherheitsstrategie

By 27. Juni 2021Standpunkte

Die Europäische Kommission hat in ihrer neuen Cybersicherheitsstrategie verschiedene Vorschläge unterbreitet, die während der Plenarwoche in Straßburg diskutiert und mit einigen Änderungen akzeptiert wurden. Im Rahmen dieser Strategie soll die Richtlinie über Maßnahmen für ein hohes gemeinsames Maß an Cybersicherheit in der gesamten Union überarbeitet werden.

Die Cybersicherheitsstrategie und die neue Industriestrategie der EU sollen eng miteinander verknüpft werden, um die strategischen Interessen der EU auch in Zukunft effektiv zu schützen. Das betrifft unter anderem auch die europäische Cloudinfrastruktur.

Die Kommission schlägt im Rahmen ihrer Strategie drei Aktionsfelder vor, um durch Regulierung, Investitionen und Politikinstrumente der Gefahr durch Cyberangriffe zu begegnen.

-Stärkung der Widerstandsfähigkeit der europäischen Netze: Die Kommission möchte ein sogenanntes „Cybersicherheitsschutzschild“ für die gesamte EU errichten, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz frühzeitig Cyberangriffe erkennt und abwehrt.

Für ein solches Vorhaben werden hochkompetente Fachkräfte benötigt, die auch auf dem normalen Arbeitsmarkt Mangelware sind. Um dem zu begegnen, sollen kleine und mittlere Unternehmen in digitalen Innovationszentren unterstützt, Fachkräfte ausgebildet und Talente der Cybersicherheit angezogen werden.

-Aufbau einer gemeinsamen Cyberstelle:  So können modernste Fähigkeiten in der Cyberabwehr entwickelt und die Cyberdiplomatie gestärkt werden, die der Vorbeugung und Abschreckung von Angriffen dient.

-Schaffung eines globalen offenen Cyberraum durch verstärkte internationale Zusammenarbeit: Neben einer regelbasierten Weltordnung, Sicherheit und Stabilität im Cyberraum, gehört dazu auch der Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten im Internet. So will die EU ein weltumspannendes EU-Netz zur Cyber-Diplomatie etablieren.

In den nächsten sieben Jahren wird die Cybersicherheitsstrategie durch das Programm „Digitales Europa“, „Horizon Europe“ und den „Europäischen Wiederaufbauplan“ unterstützt. Es wird ein Investitionsvolumen von etwa 4,5 Milliarden Euro angestrebt, das zusammen mit den Mitgliedsstaaten investiert werden soll.

Cyberangriffe sind zu einer traurigen Alltäglichkeit geworden.

Wir müssen daher dringend handeln, um einen besseren Schutz der europäischen Infrastruktur vor Cyberangriffen zu gewährleisten.