Aktueller Stand: EU Farm to Fork-Strategie

By 26. Januar 2021Standpunkte
Die Verhandlungen über die „Vom Hof auf den Tisch“-Strategie sind in vollem Gange. In den kommenden Monaten werden wir Lösungen erarbeiten, damit zukünftig für ausreichende und erschwingliche Lebensmittel gesorgt und dabei gleichzeitig ein Beitrag zur Klimaneutralität der EU bis 2050 geleistet wird. Dabei soll ein gerechtes Einkommen für Primärerzeuger gesichert, die gesamte Lieferkette miteinbezogen und Verbraucher für eine bewusste und gesunde Ernährung sensibilisiert werden.
 
Die vorliegende Strategie gibt sehr ambitionierte Ziele im landwirtschaftlichen Bereich vor, für mich ist klar: diese können wir nur gemeinsam mit unseren Landwirten und Landwirtinnen und den Verbrauchern erreicht werden. Wichtig ist, dass wir uns die Reduktionsziele genau anschauen und die wissenschaftlichen und auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen, denn wir dürfen auf keinen Fall die Ernährungs- und Versorgungssicherheit in der EU aufs Spiel setzten!
Außerdem ist auch die Basis, der Startpunkt von dem aus die Reduktionsziele definiert werden sehr wichtig, um die Anstrengungen der Vergangenheit auch zu gewichten.
 
Im Bereich Fork müssen wir noch einiges erarbeiten: der Verbraucher hat hier die Schlüsselrolle, wenn es um das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele in der Lebensmittelkette und in der landwirtschaftlichen Produktion geht. Daher kann die Frage der Lebensmittelkennzeichnung eine wichtige Rolle spielen: Voraussetzung ist jedoch eine EU-weite Kennzeichnung, die verständlich ist und vom Konsumenten angenommen wird. Aber nicht nur bei Primärlebensmitteln sondern auch verarbeiteten Lebensmittel.
Dafür bedarf es ergänzend umfängliche Informationskampagnen und Bildungsziele über eine ausgewogene Ernährung, die Lebensmittelproduktion und die Herstellung.
 
Jeder Einzelne beeinflusst die Lebensmittelproduktion mit unserem eigenen Einkaufs- und Konsumverhalten. Verbote von Ernährungsmustern halte ich jedoch für nicht zielführend. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für mich das Problem der Lebensmittelverschwendung: ich wünsche mir mehr Wertschätzung von Lebensmitteln: der Preis allen darf hier nicht entscheidend sein, wir müssen hinterfragen, warum so viele produzierte Lebensmittel weggeworfen oder vernichtet werden, weil sie vielleicht gewissen Normen nicht entsprechen oder kleine Makel haben.